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In Folge 27 des Healthy Teacher Podcast ist die Achtsamkeitsexpertin Pia Burger mein Gast.

Pia betreibt eine Coachingpraxis in Königstein am Taunus, wo sie schwerpunktmäßig mit Frauen arbeitet, die ein Kind verloren haben.

Wir sprechen über die Bedeutung von Achtsamkeit im Umgang mit Stress, über Work-Life-Balance und warum sie für uns Lehrer so wichtig ist und darüber, warum du dir Ruheinseln in deinem Lehrerleben schaffen solltest.

Außerdem gibt es eine praktische Achtsamkeitsübung für dich, die du in konkreten Stresssituationen sofort einsetzen kannst.

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Pia über sich selbst:

Sieh entspannt, was dich bewegt! – Unter diesem Motto begleite ich meine Klienten auf ihrem individuellen Weg der Veränderung. Als Coach für Persönlichkeitsentfaltung und Entspannungstrainerin liegen meine Schwerpunkte auf einem achtsam geführten und selbstbestimmten Leben. Ich unterstütze im Einzelcoaching dabei, die Menschen wieder in ihre Mitte zu bringen und Themen aufzuarbeiten, die sie belasten und ihrem Leben die Leichtigkeit nehmen.
In Kursen zu Entspannung, Achtsamkeit und Meditation verhelfe ich dazu, einen ausgeglichenen und gelassenen Allgemeinzustand zu erreichen, der stabilisiert, um die täglichen Anforderungen gut zu meistern.

Website von Pia:

blickwaerts.de

Pias Buchempfehlungen: 

Francesca Melandri: Alle außer mir

Fernando Aramburu: Patria

(Werbung)

Links aus der Show:

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Das Interview im Wortlaut:

[00:01:00.570] – Carsten
Hey Hallo, Carsten hier vom Healthy Teacher Podcast und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge, in der ich Pia Burger als Interview Gast habe. Pia ist System-Coachin, außerdem NLP-Master und Master-Coachin und auch noch Entspannungs-Coachin und Achtsamkeit-Coachin. Und sie betreibt eine Coaching-Praxis in Königstein am Taunus. Herzlich willkommen auch erstmal dir, liebe Pia! Hab ich das alles so korrekt gesagt? Hab ich da noch etwas vergessen? Möchtest du da noch etwas ergänzen?

[00:01:34.500] – Pia
Hallo Carsten, erstmal. Nein, das klang alles richtig gut.

[00:01:39.370] – Carsten
Okay, du hattest mir ja im Vorfeld so ein bisschen auch was dazu geschrieben, was du in deiner Praxis so machst. Und auch der Name deiner Praxis, den fand ich ganz interessant. Der ist nämlich Blickwärts und als Motto hast du dann entspannt sehen, was dich bewegt. Fand ich sehr spannend. Kannst du da noch ein bisschen drüber erzählen, was sich dahinter verbirgt? Wie du darauf gekommen bist, was das bedeutet?

[00:02:08.330] – Pia
Gerne. Ich bin auf den Namen gekommen, weil ich aus der eigenen Erfahrung heraus gesehen habe, dass es nicht ausreicht, in eine Richtung zu sehen, sondern um sich weiterzuentwickeln., um sein ganzes Potenzial auszuschöpfen, ist es notwendig, in verschiedene Richtungen zu sehen. Und wenn du die Blickrichtung änderst, dann kommst du auch an Themen oder siehst Themen, die du vielleicht vorher nicht sehen konntest oder nicht sehen wolltest und das war der Anlass, dieses Blickwärts, mein, mein Business Blickwärts zu nennen, um einfach sich zu öffnen, in alle Richtungen zu sehen und Themen anzugehen. Und entspannt anzugehen. Nicht mit Druck oder nicht mit Ich muss ich, ja, sondern das wirklich in einer achtsamen, entspannten Art und Weise.

[00:03:05.270] – Carsten
Achtsamkeit ist ja auch eins deiner Themenfelder. Das ist ja jetzt auch so ein bisschen, ich will nicht sagen inn, aber durchaus populär. Achtsamkeit, diese Achtsamkeits-Bewegung. Ich habe mich immer gefragt, was muss man sich eigentlich darunter vorstellen? Was heißt das eigentlich, achtsam sein?

[00:03:23.000] – Pia
Achtsam sein heißt Bewusstsein, mit der Aufmerksamkeit, ich sage jetzt mal so ein bisschen das Abgedroschene, aber mit der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt sein und nicht mit den Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft bzw. nur in der Vergangenheit oder nur in der Zukunft, sondern wirklich im Jetzt sein, bei mir sein. Ganz bewusst bei dem sein, was ich gerade mache.

[00:03:47.480] – Carsten
Das erinnert mich. Ja, das erinnert mich so ein bisschen an ein Coach auch, aus England, von dem ich mal einiges an Videomaterial mir angeschaut hatte. Und da ging es ums Thema Stress. Der hatte da auch so einen Kurs, wo es um Stressmanagement will ich nicht sagen, aber wie man besser mit Stress umgehen kann. Und der sagte, dass die Ursache von Stress letztendlich eigentlich ist, dass man mit seinen Gedanken in der Zukunft ist. Er hat das dann immer genannt „the burning fire in the future“, also das brennende Feuer in der Zukunft, wo man mit seinen Gedanken immer ist. Was dann eigentlich den Stress ja letztendlich auch auslöst. Könnte man sagen, dass Achtsamkeit dann auch ein Mittel ist, um mit Stress anders umzugehen? Das ist ja gerade für uns Lehrer immer ein wichtiger Punkt. Wie kommt man mit Stress besser klar?

[00:04:46.820] – Pia
Also definitiv. Ich würde das noch ein bisschen ausweiten. Ich würde noch die Vergangenheit mit rein nehmen. Also nicht nur in der Zukunft, was morgen, übermorgen und in einem halben Jahr passiert, sondern auch das, was schon passiert ist. Und das macht bei vielen oder löst bei vielen einen riesengroßen Stressfaktor aus, weil sie nicht loslassen können. Also eine Stresssituation, letzte Woche oder vor einem Monat, die ist manchmal so drin, dass du gedanklich immer noch in dieser Situation bist und gar nicht jetzt im Moment entspannen kannst und abschalten kann. Also beides, Vergangenheit und Zukunft.

[00:05:23.660] – Carsten
Stimmt, also das gerade mit der Vergangenheit wurde das sagst, muss ich ganz spontan dran denken. Im letzten Schuljahr hatte ich beispielsweise eine Stunde gehabt, wo dann am Ende der Stunde eine Schülerin ziemlich, ja motzig dann mir da irgendwie etwas an den Kopf geworfen hatte. Und das hat mich schon noch irgendwie eine Zeit lang gewurmt. Und da auch dann durchaus Stress ausgelöst, wo ich dann auch nicht so entspannt am Nachmittag unterwegs war wie ich es hätte gerne gewollt. Von daher Vergangenheit ist es absolut, bin ich d’accord. Frage ist natürlich jetzt, was mache ich denn jetzt, wenn ich sozusagen aus der Vergangenheit raus will? Und ich will jetzt ins Hier und Jetzt wieder zurück, weil ich eben keine Lust habe, mich die ganze Zeit stressen zu lassen. Hast du denn da noch Tipps?

[00:06:12.620] – Pia
Naja, es gibt verschiedene Techniken. Also erstmal natürlich die Situation für dich aufklären bzw. würde dich auflösen, dass du damit gut bist. Auch mit dem, was von der Schülerin kam oder wie du damit reagiert hast, dass du deine Gefühle analysiert, oder das, was dich daran geärgert hat oder aufgeregt hat. Klar, das gehört dazu. Aber auch dann, wenn es auf die Schnelle nicht geht. So eine kurze, ich sage es immer so ein kurzes Innehalten, eine kurze Besinnung. Also einfach mal einen Moment zurückziehen. Das kann auf dem Gang sein, das kann ganz banal in der Toilette sein. Und für einen Moment, ich sage es immer so ganz gerne, mal einen kleinen Moment die Augen zumachen, sich hinstellen und mal einfach seinem Atem lauschen, einfach mal den Atem beobachten, wie er ein- und ausströmt, ganz intensiv, ganz bewusst das beobachten, einen tiefen Atemzug dazwischen nehmen. Und wenn man das ein paarmal gemacht hat, dann kommt in aller Regel dieses jetzt bin ich bei mir wieder. Dieses Gefühl. Das ist auch ein bisschen Übung. Aber das funktioniert sehr, sehr gut, um aus diesem Gedanken-Karussell erst einmal auszusteigen.

[00:07:27.240] – Carsten
Atmung scheint ja irgendwie, es taucht ja immer wieder auf, die Atmung, dass das ein ganz wichtiger Faktor ist. Egal, wo man guckt, ob man jetzt in der Meditationspraxis oder Entspannungsübungen oder jetzt hier eben Achtsamkeitsübungen, Atmung scheint da ja etwas ganz Wichtiges zu sein.

[00:07:44.460] – Pia
Es ist eigentlich die Grundlage, die Grundlage aller Entspannungsübungen, aller Achtsamkeitsübungen. Das Schöne ist, du hast den Atem immer dabei, egal wo du bist, den hast du immer. Auf den kannst du dich immer fokussieren, immer konzentrieren. Und wenn du dich eben auf den Atem konzentriert, dann bist du in deinem Kopf nicht mehr bei deinen Problemen.

[00:08:08.440] – Carsten
Man kann ja mit seinen Gedanken immer nur an einer Sache sozusagen sein, und wenn man in der Atmung ist, dann ist man eben da und nicht im Stress. Man denkt ja, oder mir geht es oft so, wenn ich jetzt so Atmung oder Atemtechniken, dann ist das ja, man kommt so schnell in so ein, wo man denkt, ja, das ist alles irgendwie so wenig handfest, oder so. Da fand ich das ganz interessant, ich habe das vor kurzem mal gesehen, dass auch zum Beispiel die Navy Seals, die ja nun wirklich handfeste Leute sind, selbst die nutzen Atemtechniken, um sich besser fokussieren zu können, um in ja auch wirklich brenzligen Situationen besser und ausgeglichener reagieren zu können.

[00:08:54.940] – Pia
Ganz genau. Und du merkst sofort den Unterschied, wenn du, wenn du, wenn du einen schnellen Atem hast oder wenn du aufgeregt bist, dann geht der Puls hoch, dann geht der Atem ganz schnell. Und wenn du dann einfach dieses kurze Innehalten mal ausprobiert und den Atem wieder zur Ruhe bekommst, indem du dich darauf fokussiert, dann geht auch diese ganze andere Unruhe. Es geht wirklich, alles wird besser. Vielleicht geht es nicht ganz weg bei den ersten Malen. Aber es wird definitiv besser.

[00:09:23.640] – Carsten
Also ein bisschen Übung, ein bisschen Übung ist auch immer mit dabei. Arbeitest du in deiner Praxis als Coachin oft. viel mit solchen Techniken wie Atemübungen?

[00:09:37.780] – Pia
Tatsächlich mache ich vor jedem Coaching so eine kleine, ich sage immer so ein kleines, so eine kleine Übung zum Ankommen. Und es ist meistens was mit dem Atem, eigentlich immer. Es ist eigentlich immer der Atem.

[00:09:49.570] – Carsten
Was sind das so für Themen, die du im Coaching bearbeitest?

[00:09:53.450] – Pia
Ich habe Coaching generell für Persönlichkeitsentfaltung. Ich habe mich aber spezialisiert auf Frauenthemen und zwar ganz speziell auf Frauen, die Kinder verloren haben, sei es jetzt durch Fehlgeburt oder durch Schwangerschaftsabbrüche. Und diese Themen der Frauen mit allem, was dazugehört, da ist so mein Fokus in der Coaching-Arbeit.

[00:10:17.390] – Carsten
Du bist ja eigentlich nicht immer Coachin gewesen, und du hat es ja auch davor, ich sag mal eine in Anführungszeichen normale berufliche Laufbahn gehabt. Was waren da der ausschlaggebende Punkt, dass du gesagt hast, nee, das reicht mir jetzt nicht. Ich möchte jetzt doch in diesem neuen Bereich, damals war es ja wahrscheinlich ein neuer Bereich, vordringen.

[00:10:41.730]
Also normal, das klingt schon mal lustig, normales Leben. Ja, ich hatte, also, ich habe natürlich ein langes Arbeitsleben hinter mir, hab ein langes Familienleben mit drei Kindern hinter mir. Und als das alles dann so abgeschlossen war, hatte ich immer mehr das Bedürfnis, ich möchte irgendetwas machen, was so meiner Berufung mehr entspricht. Was so aus dem Herzen kommt. So eine Arbeit. Da ich sowieso schon immer im Dienstleistungsbereich gearbeitet habe, war natürlich ganz klar für mich, das muss auch irgendwas mit Menschen zu tun haben. Das muss irgendwie ganz nah an den Menschen sein. Ja, und durch eigene Themen, die ich hatte, die ich aufarbeiten konnte, habe ich so gemerkt, dass das genau so mein Ding ist, das auch für andere zu machen, andere dabei zu unterstützen. Ja, ganz bei sich anzukommen. Und eben in eine bewusstere, ja in ein bewussteres Leben zu kommen. Also nicht so, dass alle so dahin plätschert und vor sich hin fließt, sondern wirklich bewusst und eine Selbstbestimmung ins Leben wiederkommt.

[00:11:51.670] – Carsten
Das ist für uns Lehrer, glaube ich, auch immer wieder so ein Thema. Für mich war das letztendlich sogar auch mit ein ausschlaggebender Punkt, dass ich jetzt diesen Podcast, wo wir jetzt gerade das Interview führen, ins Leben gerufen habe. Dass ich nämlich genau dieses Gefühl hatte, nicht mehr selbstbestimmt zu leben, sondern die Tage, die flossen so dahin. Man hat sich oder ich habe mich meistens irgendwie aufs Wochenende und auf die Ferien gefreut und einfach dafür gelebt. Und selbst das Wochenende war meistens ein Wimpernschlag, dann war es schon wieder vorbei. Dann war ja Unterrichtsvorbereitung wieder am Wochenende notwendig, und irgendwie habe ich gedacht, das möchte ich einfach so nicht weitermachen bis zu meiner Pensionierung. Und von daher, das passt da ganz gut zu dem, was du da gerade sagst.

[00:12:41.740] – Pia
Absolut.

[00:12:42.700] – Carsten
Für uns Lehrer ist ja so ein Stichwort und das ist ja auch ein wichtiger Punkt bei mir im Podcast, die Work-Life-Balance. Jetzt ist das ein Begriff, der auch teilweise umstritten ist. Ich finde ihn aber trotzdem sehr passend. Was verstehst du unter Work-Life-Balance? Wie stehst du zu dem Begriff? Was ist deine Sicht darauf?

[00:13:07.320] – Pia
Also tatsächlich, seit ich diesen neuen Weg gehe, mit neuen beruflichen Herausforderungen und auf einer ganz anderen Ebene, ist das für mich nicht mehr ganz so entscheidend, diese, diese Balance zwischen Arbeit und Leben, weil das, was ich mache, mir so viel Spaß macht, dass ich es nicht als stressige Arbeit ansehe. Es füllt mich aus, diese Arbeit. Und es belastet mich nicht.

[00:13:36.730] – Carsten
Und das ist eigentlich auch genau so die Argumentation, wenn man Leute hört, die diesen Begriff eher kritisch sehen, dass sie sagen, na ja, wenn man einen Beruf hat, der der Berufung entspricht, dann braucht man keine Work-Life-Balance, weil dann macht man genau das, was man will.

[00:13:55.020] – Pia
Ja, so sehe ich das auch.

[00:13:56.860] – Carsten
Jetzt ist es aber bei uns Lehrern ganz interessant, dass gerade die, die den Job als Berufung erleben, auch die sind, die sehr schnell ausbrennen. Wie würdest du dir das erklären?

[00:14:08.500] – Pia
Weil einfach die, die schaffen es nicht, sich mal, meine Vermutung, sich mal zurückzuziehen, sich mal die Pausen zu gönnen aus diesem Schulalltag, sondern die sind permanent drin. Und die sind wahrscheinlich auch noch gedanklich drin, wenn die Schule schon längst aus ist. Das heißt, da glaube ich, wäre es ganz wichtig, dass die so eine Abgrenzung für sich finden und dann wieder bei sich zu sein, weil sie diesen Schulalltag und sei es jetzt nur für eine Stunde oder für einen halben Tag, wirklich hinter sich lassen können und sich ganz auf sich besinnen. Das ist, glaube ich, die große Kunst dabei, um in diese Balance wieder zu kommen. Dass du vormittags eben nicht den ganzen Tag noch mit dir rumträgst oder noch ins Wochenende mit rein nimmst, sondern wirklich dann wie so einen Cut machst. Jetzt nehme ich mir Zeit für mich. Ich gehe dann in zwei Stunden wieder dran. Sowas in diese Richtung.

[00:15:03.330] – Carsten
Also würdest du schon auch sehen, dass bei den Lehrern durchaus auch da eine Notwendigkeit besteht, Arbeit und Leben, Work und Life irgendwie dann doch in eine Balance zu setzen.

[00:15:15.900] – Pia
Definitiv. Also ich habe auch im Freundes- und im Verwandtenkreis habe ich Lehrer. Also ich weiß, was das heißt, den ganzen Tag in der Schule zu sein. Oder von den Erzählungen zumindest. Ich glaube, dass das wirklich auch ganz, ganz wichtig ist da die Balance zu finden. Ganz bestimmt.

[00:15:30.880] – Carsten
Liegt vielleicht auch ein bisschen an unserem Schulsystem, was jetzt auch ein bisschen, ja oder nicht ein bisschen, ein bisschen mehr vielleicht auch, es schwierig macht, die Berufung, die man als Lehrer vielleicht hat, dann auch zu leben und umzusetzen, weil es da eben ganz viele in Anführungszeichen Systemzwänge gibt, die das Ganze dann sehr schwierig machen. Und vielleicht ist es gerade unter dem Aspekt dann eben doch auch wichtig, das Ganze irgendwie in die Balance zu kriegen.

[00:16:02.880] – Pia
Ja, glaube ich ganz bestimmt.

[00:16:04.750] – Carsten
Und dabei könnten dann ja auch solche Achtsamkeitstechniken wie du die ja beschrieben hast, ganz hilfreich sein.

[00:16:12.980] – Pia
Ja, ja.

[00:16:17.110] – Carsten
Wie ist das bei dir mit, ich sage mal Dingen, die du neben der Arbeit, neben der Berufung auch gerne machst, da gibt es doch bestimmt auch, ich sage mal Hobbys und Interessen, die jetzt nicht unmittelbar mit deinem Beruf als Coachin zu tun haben, die aber trotzdem eine wichtige Rolle für dich spielen. Wie kriegst du das hin, die neben der Arbeit nicht zu vergessen und dafür auch genug Zeit zu finden und Energie zu finden? Ich denke, der Job, den du machst, der ist ja auch durchaus auch anstrengend. Dass du solche Dinge nicht, dass sie nicht hinten runterfallen.

[00:17:00.280] – Pia
Indem ich mir tatsächlich diese Zeit ganz bewusst nehme und ganz bewusst das mache, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, oder ohne das Gefühl mir geben zu wollen, jetzt verpasse ich was, wenn ich jetzt eben mal nichts mache oder einfach nur in den Wald gehe oder mit dem Buch auf der Couch sitze. Dass eben, Auszeiten sich bewusst und mit Freude zu nehmen. Ich glaube, das ist so die Kunst.

[00:17:25.180] – Carsten
Dabei kommt wieder so ein bisschen dieses Entspannte mit rein. Entspannt sehen, was sich bewegt. Dass man eben nicht diesen Druck aufbaut. Vor allen Dingen nicht gegenüber sich selber. Und dann einfach die Dinge vielleicht ein bisschen lockerer angeht.

[00:17:42.910] – Pia
Genau, also es ist so, es gibt ja diesen Spruch „Lass mal alle Fünfe gerade sein“. Ich glaube, wenn man so ein bisschen in diese Richtung kommt, also gerade für Menschen, die so gar nicht, gar nicht abschalten können, so in diese Richtung ein bisschen hinzuarbeiten. Das bringt so viel Entspannung und so viel Gelassenheit. Vielleicht ist das, ich kann das glaube ich schon immer recht gut. Hilft mir natürlich jetzt sehr, sehr in meinem Job und auch für meine Freizeitgestaltung ganz klar.

[00:18:12.890] – Carsten
Das heißt, meine nächste Frage wäre gewesen, wie schaltest du nach einem anstrengenden Arbeitstag ab, hat sich im Prinzip ja schon ein bisschen beantwortet, indem du bewusst entspannt deine Interessen verfolgst und wahrscheinlich gar nicht so den Bedarf vielleicht auch hast, abzuschalten, weil du ja deine Berufung auch irgendwo lebst und da auch viel Energie raus ziehst.

[00:18:36.570] – Pia
Definitiv, aber auch wirklich das, was ich dann mache, das mache ich bewusst, und ich mache das mit Freude.

[00:18:45.930] – Carsten
Kannst du aus deiner Erfahrung jetzt als Coach uns Lehrern noch einen Tipp geben, wie wir mit solchen beruflichen Anforderungen, die bei uns im Job ja durchaus eine Rolle spielen, besser umgehen könnten?

[00:19:05.440] – Pia
Ich glaube schon, was ich vorhin sagte, so kleine, sich so kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Ja, so kleine sich kleine Auszeiten einfach nehmen und wenn die jetzt tagsüber nicht möglich sind, dann zumindest am Nachmittag zu Hause oder abends oder ganz bewusst am Wochenende. Und das ist ja bei Lehrern, sage ich mal, gut möglich, weil wenn die Schule aus ist, könnt ihr euch eure Zeit ja frei einteilen. Und da ganz bewusst zu sagen, ich gehe jetzt, ich mache für mich eine eine kurze Meditation. Ich setze mich jetzt ganz bewusst aufs Fahrrad und fahre eine Stunde durch den Wald. Oder ich geht joggen. Und das wirklich auch so dann als Auszeit zu nehmen und sich zu sagen, ich mache jetzt das, um meinen Kopf frei zu kriegen und wieder bei mir anzukommen. Wie immer man es benennen möchte. Aber ich glaube, das ist sehr, sehr wichtig und die ganz große Kunst dabei.

[00:19:56.080] – Carsten
Kunst vor allen Dingen deswegen, weil ich kenne das bei mir, wenn ich von der Schule nach Hause komme., wenn ich dann noch eine Kleinigkeit esse, dann bin ich so dermaßen müde. Also für mich sieht das dann tatsächlich so aus, dieses wieder zu mir kommen, besteht auch darin, mich dann tatsächlich eine halbe Stunde hinzulegen, Mittagsschlaf zu machen. Den brauche ich dann auch einfach, um dann wieder neu starten zu können.

[00:20:18.970] – Pia
Richtig, und das ist ganz individuell so verschieden, wie du das machst mit dieser Entspannung, mit diesem Rückzug zu dir selbst. Deswegen ist es macht wirklich jeder anders. Aber dass es wichtig ist, um abzuschalten. Ich glaube.

[00:20:35.650] – Carsten
Ich habe jetzt, momentan probiere ich das aus, ich hatte da schon öfter mal was von gehört, aber das ist ein bisschen auch wieder in Vergessenheit geraten, Binaural Beats, hast du das schon mal gehört?

[00:20:48.490] – Pia
Nee.

[00:20:49.030] – Carsten
Das ist ganz interessant, das ist im Endeffekt, Musik kann man nicht sagen, aber es sind Töne mit bestimmten Frequenzen, die aber mit Kopfhörer gehört werden und dann so ein bisschen versetzt sind, rechts und links, und dadurch das Gehirn in bestimmte Wellenmuster versetzen oder versetzen sollen. Es ist ein bisschen umstritten, da gibt es durchaus unterschiedliche Forschungsergebnisse, aber ich probiere das gerade aus. Und ich finde das total spannend. Da gibt es eben Gehirnwellenmuster, die aktiv sind, wenn man besonders fokussiert ist oder wenn man eher in einer kreativen Phase unterwegs ist. Es gibt Gehirnwellenmuster, die auftreten, wenn man entspannt ist, und die kann man eben damit dann antriggern. Ich habe das jetzt so für kreative Arbeiten ausprobiert und für, wenn ich mich besonders konzentrieren will. Und da hat das für mich richtig gut funktioniert. Das wäre ja vielleicht auch etwas, dass man nach der Schule einfach mal sich eine Viertelstunde Zeit nimmt und mit solchen Werkzeugen arbeitet oder zumindest für sich mal ausprobiert. Um zu gucken, bringt mich das vielleicht weiter.

[00:21:54.400] – Pia
Das klingt sehr spannend.

[00:21:56.230] – Carsten
Da gibt es ganz, ganz viele, doch durchaus sehr interessante Methoden, die man anwenden kann, um einfach ein bisschen mehr zu sich zu kommen. Gut, dann sind wir auch schon bei der Blitzlichtrunde. Ich stelle eine kurze Frage und du gibst eine genauso kurze Antwort Also dein Lebensmotto?

[00:22:19.390] – Pia
In der Ruhe liegt die Kraft.

[00:22:22.840] – Carsten
Dein Nr.1 Entspannungstipp?

[00:22:26.430] – Pia
Innehalten mit einer kurzen Atemmeditation.

[00:22:31.350] – Carsten
Deine Nr.1 Produktivitätsstrategie? Dein bester Tipp, um produktiv zu sein.

[00:22:39.150] – Pia
Prioritäten setzen, sich nicht verzetteln.

[00:22:43.590] – Carsten
Nr.1 Motivationstipp?

[00:22:46.710] – Pia
Ganz klar, mach das, was du mit Freude tust.

[00:22:52.110] – Carsten
Super. Ganz wichtig für uns Lehrer: Dein Nr.1 Energybooster?

[00:22:57.090] – Pia
Das ist eine kalte Cola.

[00:22:59.460] – Carsten
Das geht mir übrigens genauso. Wenn ich eine lange Wanderung, eigentlich Blitzlichtrunde darf ich ja gar nicht sagen, aber wo du das gerade sagst, wenn ich eine lange Wanderung, gerade wenn es im Sommer knalle heiß ist, eine kalte Cola mit Eis, aber ganz wichtig mit Eiswürfel drin, ohne Eiswürfel geht nicht. Geht mir genauso. Ok, welches Buch liest du persönlich gerade?

[00:23:22.310] – Pia
Also ich lese gerade das Buch von der Francesca Melandri, „Alle außer mir“, nennt sich das. Ist ein Spiegel-Bestseller, und es ist eigentlich ausgeschrieben als ein epochaler Familienroman. Es geht aber sehr auch um diese ganzen Menschen, die ihre Länder verlassen, diese ganzen Flüchtlinge der letzten Jahre. Also sehr, sehr berührend und beeindruckender Roman.

[00:23:52.500] – Carsten
Verlinke ich übrigens alles, für die Hörer jetzt, alles in den Shownotes, da findest du als Hörer dann alle Links und auch den Link zu der Internetseite, zur Website von Pia. Damit sind wir im Grunde genommen auch schon am Ende angekommen. Gibt es irgendwas, was du den Lehrern noch mit auf den Weg geben wollen würdest aus deiner Erfahrung als Coach heraus?

[00:24:23.640] – Pia
Ich würde ihnen mit auf den Weg geben, genießt es, eure, eure Berufung gefunden zu haben, euren Beruf gefunden zu haben, der euch Freude macht, in dem ihr aufgeht. Aber sucht euch für euch, eure kleinen Ruheplätze, eure kleinen, ja eure Ruheräume, um einfach bei euch zu sein.

[00:24:45.120] – Carsten
Ganz wichtig, denke ich auch. Welche drei Tipps würdest du deinem zwanzigjährigen Ich mit auf den Weg geben? Und warum diese?

[00:24:55.470] – Pia
Meinem zwanzigjährigen Ich mit auf den Weg geben. Das ist eine gute Frage. Tatsächlich, selbstbestimmt das Leben gestalten. Das tun, ja das tun, was du wirklich willst, nicht was andere von dir erwarten. Und auch da wieder, ganz bei dir sein. Das ist so das Allerwichtigste überhaupt.

[00:25:23.960] – Carsten
Ja, ich glaube auch. Also authentisch sein und einfach sein eigenes, seine eigenen Bedürfnisse wahrnehmen. Das ist ja auch ein ganz wichtiger Punkt. Selbstfürsorge, Selfcare…

[00:25:37.500] – Pia
Vielleicht noch, folge einfach, folge deinem Herzen.

[00:25:38.490] – Carsten
Ja..

[00:25:41.220] – Pia
Mehr deinem Herzen als deinen Verstand.

[00:25:47.740] – Carsten
Ja, das ist auch meine Erfahrung, wenn ich das jetzt so als Lehrer, wenn ich authentisch bin, wenn ich mich eben nicht verstelle, dann funktioniert es auch im Unterricht besser. Dann klappt die Zusammenarbeit mit den Schülern besser, die Interaktion ist, wenn es authentisch ist, ist es einfach besser.

[00:26:08.140] – Pia
Genau.

[00:26:09.670] – Carsten
Ok, unter welcher Internetseite können unsere Hörer dich finden?

[00:26:14.730] – Pia
www.blickwaerts.de

[00:26:18.870] – Carsten
Verlinken wir auch in den Shownotes. Wer also da Interesse hat, kann da noch mal reinschauen. Ja gut, Pia dann ganz, ganz herzlichen Dank für dieses wirklich inspirierende Interview. Fand ich sehr toll.

[00:26:32.960] – Pia
Vielen Dank, Carsten. Vielen Dank dir für die schönen Fragen.

[00:26:36.030] – Carsten
Gerne. Vielen Dank für die schönen Antworten. Ja, das war’s mit der heutigen Folge im Healthy Teacher Podcast. Ich hoffe, es war für dich mit was dabei. Ich hoffe, dass du ein paar Tipps und Inspirationen mitnehmen konntest. Wir sind raus, bleib entspannt, bis dahin, dein Carsten. Und ich denke mal, ich darf für dich sprechen, deine Pia.

[00:28:08.180] – Pia
Danke und Tschüß!

[00:28:08.190] – Carsten
Tschüß!

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