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Das Wichtigste dieser Folge in Kurzform:

  • Anfang diesen Jahres (2020) durfte ich eine Beitrag auf der Open365-Convention präsentieren, indem es um OneNote für die Unterrichtsvorbereitung ging.
  • Ich beschreibe dir die wichtigsten Punkte des Systems, mit dem ich zeitsparend und effektiv meinen Unterricht vorbereite.
  • Du findest außerdem das komplette Video des Beitrags von der Convention in diesem Artikel.

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So gerne ich auch unterrichte und so viel Spaß mir das auch macht – Unterricht vorzubereiten, gehört irgenwie nicht zu meinen Stärken. Für mich stand und steht die Interaktion und das soziale Miteinander in der Schule im Vordergrund bzw. dort sehe ich meine Stärken.

Zum Glück haben das auch meine Prüfer damals im Referendariat ähnlich gesehen, sonst hätte ich das Ref vielleicht gar nicht bestanden wink.

Vielleicht gehörst du ja zu den Kollegen, die stundenlang am richtigen Unterrichtseinstieg feilen können und die einfach Spaß daran haben, die perfekte Stunde zu planen.

Dann Hut ab, du hast meinen Respekt. Und diese Folge ist wahrscheinlich nicht ganz so spannend für dich.

Für alle anderen, die sich wie ich etwas schwerer mit der Unterrichtsvorbereitung tun und die nach einem System suchen, mit dem sie den Unterricht schneller und effektiver vorbereiten können, bietet diese Folge aber einige spannende Ideen und Vorschläge.

Weil Didaktik und Methodik nicht meine Stärken waren, habe ich mich relativ intensiv damit beschäftigt, einen für mich funktionierenden Weg zu finden, Unterricht effektiv vorzubereiten.

Ich habe viele Systeme und Methoden ausprobiert und habe letztlich ein System gefunden, das für mich funktioniert. Und genau das möchte ich dir in dieser Folge vorstellen.

Hintergrund dazu ist ein Video-Vortrag (wenn man es so nennen will), den ich Anfang diesen Jahres (2020) auf der Open365- Convention (kurz: #o365con) gehalten habe.

Schwerpunkt der Konferenz mit immerhin weit über 3000 Teilnehmern war der Einsatz von Office in der Schule mit einem Schwerpunkt auf Office365 und Microsoft Teams.

Das Thema meines Beitrags lautete „Unterrichtsvorbereitung mit OneNote“ und beinhaltete genau dieses Systems der Unterrichtsvorbereitung, das ich mittlerweile schon seit vielen Jahren verwende und das mir im Laufe der Jahre wahrscheinlich bereits einige hundert Stunden Arbeit gespart hat – und das, ohne dass die Unterrichtsqualität darunter gelitten hat, wenn ich das Schüler-Feedback zugrunde lege.

Du findest das komplette Video auch unten auf der Seite. Die wichtigsten Punkte daraus will ich aber auch nochmal hier runterschreiben, das macht es dir wahrscheinlich einfacher, den Überblick zu behalten, falls du Teile davon übernehmen willst.

OneNote – Microsofts Allround-Notiz-App

Viele Leute wissen gar nicht, dass sie Besitzer von Microsoft OneNote sind, dem Notizprogramm von Microsoft. Denn OneNote ist standardmäßig im Office-Paket enthalten, wird aber von vielen Usern gar nicht genutzt.

Dabei bietet OneNote unglaublich viele Möglichkeiten, sämtliche Notizen, egal ob beruflich oder privat, sauber organisiert aufzuschreiben und übersichtlich abzulegen.

Vielleicht kennst du ja auch bereits andere Notiz-Programme wie Evernote oder Notion – OneNote ist ganz ähnlich, aber für dich als Office-Nutzer eben kostenlos.

Selbst, wenn du kein Office-Paket hast, kannst du OneNote nutzen, es gibt nämlich eine kostenlose App, die du entweder für dein Handy/Tablet (es gibt eine App sowohl für Android, als auch für iOS) oder aber auch über den Microsoft Store für deinen PC herunterladen kannst.

Nach der Installation und dem Start des Programms kannst du ein Notizbuch anlegen, dass entweder lokal auf deinem Rechner gespeichert wird, oder über Onedrive in der Cloud (Onedrive ist der Cloudspeicherdienst von Microsoft). Letzteres hat den Vorteil, dass du dann deine Notizen auch über verschiedene Geräte hinweg synchronisieren kannst.

Im Video erkläre ich, wie ich das z.B. nutze, um meine Unterrichtsvorbereitung jederzeit bei mir zu haben, so dass ich auch von unterwegs aus (oder in Freistunden) Unterricht vorbereiten kann. So nutze ich Wartezeiten sinnvoll und habe später mehr Zeit für andere Dinge.

Dabei solltest du natürlich die Datenschutzbestimmungen nicht außer acht lassen. Da die Daten in Onedrive auf us-amerikanischen Servern gespeichert werden, solltest du bei Verwendung der Cloud keine persönlichen Daten (Noten, Adressen usw.) in OneNote eintragen.

Innerhalb eines Notizbuches kannst du dann sog. Abschnitte anlegen (Registerkarten), die wiederum theoretisch unendlich viele Seiten enthalten können. Natürlich kannst du die Registerkarten und auch die Seiten beliebig benennen.

Die Seiten wiederum enthalten dann die eigentlichen Notizen. So eine Seite kannst du dir im Prinzip wie ein Word-Dokument vorstellen, allerdings sind diese Seiten im Prinzip unendlich lang, d.h. du kannst so viele Notizen auf eine einzelne Seite schreiben, wie du willst.

Solche Notizen können sein: Texte, Bilder, Audiodateien, Videodateien, Tabellen und beliebige andere Dateien, die du auf einer Seite verlinken kannst. Bei pdf-Dateien ist es sogar möglich, den Inhalt des pdf´s direkt auf der Seite in OneNote anzeigen zu lassen.

Für die bessere Übersichtlichkeit lassen sich Seiten auch einrücken, so dass Unterseiten zu einer Seite erstellt werden können. Auf der Ebene der Abschnitte sorgen sog. Abschnittsgruppen für die bessere Übersicht. Eine Abschnittsgruppe kann also verschiedene Abschnitte enthalten.

In Verbindung mit einem Tablet mit Eingabestift lassen sich Notizen sogar handschriftlich verfassen (Handschriftenerkennung ist prinzipiell möglich, funktioniert aber bei mir irgendwie nicht).

Falls du mehr über OneNote und die Bedienung des Programms erfahren willst, habe ich dir hier mal ein paar empfehlenswerte Bücher für dich rausgesucht:

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Weil OneNote so unglaublich flexibel und vielseitig ist, nutze ich es mittlerweile für alle meine Notizen, z.B. auch für die Organisation der Unterrichtsinhalte. Im Folgenden geht es aber darum, wie ich dieses System aus Abschnitten und Seiten für meine Unterrichtsvorbereitung einsetze.

Die Vorteile von OneNote für die Unterrichtsvorbereitung

OneNote für die Vorbereitung deines Unterrichts einzusetzen, bietet einige Vorteile, die ich dir hier kurz näher beschreiben will.

Zeitersparnis

Dadurch, dass ich gehaltene Stunden einfach per Copy & Paste in das Archiv verschieben kann (wie das genau funktioniert zeige ich in dem Video unten), kann ich ganze Unterrichtssequenzen aus vorangegangenen Schuljahren wiederverwenden.

Natürlich ersetzt das nicht die konkrete Stundenplanung, bietet aber meist ein gutes Gerüst für die aktuellen Stunden, so dass die Vorbereitung sehr viel schneller geht. Man muss das Rad ja nicht jedesmal neu erfinden wink.

Außerdem kommen einfach immer mehr Aufgaben auf uns als Lehrer zu, so dass man meiner Meinung nach gezwungen ist, die Zeit an anderen Stellen abzuzweigen – wenn man nicht nur für die Schule leben will.

Übersichtlichkeit

Die Archivfunktion ermöglicht auch das schnelle Finden von Inhalten. Das hat mir z.B. schon sehr häufig gute Dienste geleistet, wenn ich Stunden im Klassenbuch nachtragen musste. Als Fachlehrer habe ich leider häufiger das Problem, dass die Schüler das Klassenbuch im Klassenzimmer liegen lassen, so dass ich dann von Zeit zu Zeit eine ganze Reihe von Stunden nachtragen muss.

Unterrichtsvorbereitung von überall aus

Ich habe für meine Hund eine wirklich tolle Tierärztin. Sie nimmt sich jedesmal richtig viel Zeit, um meinen Hund ausführlich zu untersuchen und anschließend mit mir in aller Ruhe zu sprechen. Und das macht sie nicht nur bei mir, sondern bei all ihren Kundinnen und Kunden.

Das führt dann leider auch dazu, dass man für einen Termin ein bis zwei Stunden Wartezeit einkalkulieren sollte. Oft habe ich die Wartezeit dann schon für die Unterrichtsvorbereitung nutzen können, da ich über die Cloudfunktion von OneNote die Unterrichtsvorbereitung auch am Handy oder am Tablet erledigen kann.

Wäre doch schade um die Zeit, die ich abends dann lieber für andere Dinge genutzt habe.

Enlastung

Für mich tatsächlich ein sehr wichtiger Punkt, da ich festgestellt habe, dass ich sehr viel entspannter in Bezug auf meine Unterrichtsvorbereitung bin, seit ich dieses System für mich entwickelt habe.

Grund dafür ist wahrscheinlich der Zeigarnik-Effekt, den ich ja auch schon in Folge 5 beschrieben habe.

Dadurch, dass ich weiß, dass ich mit dem System nichts vergessen werde (System = Save Yourself Time Energy and Money), bin ich einfach ruhiger und mir gehen nicht ständig Dinge durch den Kopf, an die ich noch denken muss bzw. die ich nicht vergessen darf.

OneNote im Einsatz für die Unterrichtsvorbereitung

Für die Unterrichtsvorbereitung habe ich ein eigenes Noitzbuch angelegt. Darin gibt es einen Abschnitt für die eigentliche Vorbereitung und einen Abschnitt für das Archiv. Im Archiv bewahre ich alle gehaltenen Stunden auf, so dass ich jederzeit nachschauen kann, in welcher Stunde ich was gemacht habe – selbst noch Jahre später.

Im Abschnitt für die Vorbereitung gibt es für jeden Wochentag eine eigene Seite. Die Seiten sind jweils nach dem gleichen Schema aufgebaut – schau dir dafür auch das Video unten an, dort sieht du genau, wie das Ganze funktioniert.

Jede Seite enthält folgende Punkte: Termine, ToDo, The One Thing, Mitnehmen, Kopien, Stundenplanung.

Termine

Falls am jeweiligen Tag Termine anstehen, wie z.B. Konferenzen, Elterngespräche oder Besprechungstermine, trage ich sie hier ein. Termine steht oben auf der Seite, so dass ich immer wieder daran erinnert werde. Zusätzlich markiere ich wichtige Termine häufig in Rot, so dass sie noch deutlicher sichtbar sind.

ToDo

Je weiter das Schuljahr voranschreitet, desto mehr ToDos sammeln sich an. Das können z.B. Dinge sein wie Förderplanerstellungen, Anrufe, die noch getätigt werden müssen, Protokolle, Rückmeldungen, die man noch geben muss und vieles anderes. Um da nicht den Überblick zu verlieren, notiere ich mir die Dinge hier unter dem Punkt ToDo.

Wenn ich dann zwischendurch mal etwas Luft habe, kann ich kurz nachschauen, was noch zu erledigen ist und das dann ggf. machen. Falls du dir auch die Folge 8 angehört hast, fragst du dich vielleicht, warum ich die ToDo´s nicht wie dort beschrieben in Meistertask festhalte.

Der Grund ist einfach: ToDos in OneNote sind die, die ich in der Schule erledigen muss, während ich in Meistertask die schulischen Aufgaben notiere, die ich zu Hause erledigen kann. Auf die Weise muss ich am Vormittag nicht zwischen verschiedenen Apps hin und her wechseln, was sonst etwas unübersichtlicher wäre.

The One Thing

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die ToDo-Liste im Laufe der Zeit sehr lang und dadurch auch recht unübersichtlich wird. Dann den Überblick darüber zu behalten, welche Aufgaben wichtig sind, wird zunehmend schwieriger. Deshalb habe ich den Punkt The One Thing eingefügt.

Das ist die eine Aufgabe, die ich an dem jeweiligen Tag auf jeden Fall erledigen muss. Dafür überlege ich mir bei der Unterrichsplanung am Tag vorher genau, welche der vielen Aufgabe wirklich wichtig ist – und welche nur dringend, aber nicht wichtig ist. In Folge 5 erfährst du mehr über diese sog. Dringlichkeitsfalle und wie du ihr entgehen kannst.

Die Idee zu dem Punkt The One Think habe ich übrigens aus dem gleichnamigen Buch übernommen (Werbung).

Mitnehmen

Als Fachlehrer für Physik kommt es regelmäßig vor, dass ich Dinge von zu Hause für Versuche mitnehmen muss. Solche Finge notiere ich mir unter diesem Punkt, damit ich sie nicht vergesse. Auch Klassenarbeite und Mappen, die ich zurückgeben will, notiere ich mir hier.

Kopien

Meistens mache ich notwendige Kopien in Freistunden vor dem eigentlichen Tag, an dem ich sie brauche. Manchmal gibt es aber natürlich Kopien, die für den aktuellen Tag gemacht werden müssen, dann notiere ich sie mir hier mit benötigter Anzahl und Klassenstufe.

Stundenplanung

Der letzte Punkt ist die eigentliche Stundenplanung. Für jede (Doppel-)Stunde gibt es eine Überschrift, unter der ich die jeweiligen Unterrichtsschritte notiere.

OneNote bietet die Möglichkeit, Einträge mit Checkboxen zu versehen. Da ich die Unterrichtsplanung über die Cloud synchronisiere und deshalb auch am Handy abrufen kann, hake ich die erledigten Punkte direkt nach der Stunde am Handy ab. So weiß ich immer ganz genau, was ich wann gemacht habe und was als nächstes ansteht.

Auch Hausaufgaben trage ich direkt hier ein, genauso wie Dinge, an die ich in der nächsten Stunde denken muss (z.B. wenn ich einem Schüler ein bestimmtes Arbeitsblatt noch mirbringen muss, weil dieser krank war).

Falls dir das Ganze jetzt etwas zu theoretisch war, hier ist das Video vom Kongress, indem ich den ganzen Workflow nochmal erkläre. Am Anfang und am Ende gehe ich übrigens auch kurz auf den Podcast ein – der Kongress fand vor dem Start des Healthy Teacher Podcast statt.

Falls das Video nicht angezeigt werden sollte, kannst du es hier auf youtube.com aufrufen.

Dieses Video ist im erweiterten Datenschutzmodus von Youtube eingebunden, der das Setzen von Youtube-Cookies solange blockiert, bis ein aktiver Klick auf die Wiedergabe erfolgt. Mit Klick auf den Wiedergabe-Button erteilst du deine Einwilligung dazu, dass Youtube auf dem von dir verwendeten Endgerät Cookies setzt, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen können. Näheres zur Cookie-Verwendung durch Youtube findest du in der Cookie-Policy von Google unter https://policies.google.com/technologies/types?hl=de.

Wenn dir das Video gefallen hat, gibt mir direkt auf Youtube einen Daumen hoch unter dem Video! Und falls nicht, lass mich wissen, wo ich in Zukunft Dinge besser machen kann.

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Das war´s auch schon mit den Shownotes zur Folge über die Unterrichtsvorbereitung mit OneNote. Ich würde mich freuen, wenn du ein paar Anregungen daraus mitnehmen konntest.

Vielleicht probierst du OneNote ja einfach mal für dich aus und berichtest über deine Erfahrungen. Und falls du Fragen hast oder irgendwo nicht weiterkommst, dann lass es mich wissen, ich helfe gerne, soweit ich es kann.

Vielleicht hast du ja auch ein tolles System für die Unterrichtsvorbereitung, das du gerne teilen möchtest? Dann beschreibe das doch auch in einem Kommentar!

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